Seit den 1970er Jahren steigen die Zahlen an Hautkrebserkrankungen jährlich. Verantwortlich dafür sind die gefährlichen UV-Strahlen der Sonne, die Sonnenbrand verursachen, sowie die steigende Zahl an Sonnenstunden, die wir unter anderem durch vermehrten Urlaub in südlichen Ländern erfahren. Während im sonnigen Familienurlaub die Sonnencreme nicht vergessen wird, geschieht dies im hektischen Alltag leider häufiger.
Sonnenbrände sind in der Kindheit und im Jugendalter am gefährlichsten
Schon ein einziger Sonnenbrand im Kindesalter steigert das Risiko deutlich, dass das Kind als Erwachsener an Hautkrebs erkrankt. In jungen Jahren hat die Haut geringe Eigenbarrieren gegen die schädigenden Schattenseiten der Sonnenstrahlung. Umso wichtiger ist es, immer daran zu denken, die Kleinen vor Aufenthalten in der Sonne mit Sonnenschutzprodukten einzuschmieren, sie mit passender Kleidung zu versehen und auf Aufenthalte im Schatten zu pochen.
Bei diesen Maßnahmen sind die Erzieher der Kindergärten und ihre Träger gefragt, denn viele der Kleinen verbringen viele Stunden in der Betreuung und somit viele Stunden draußen in der Sonne. Natürlich stehen die Eltern absolut in der Pflicht, ihre Kinder so in den Kindergarten zu bringen, dass ihnen die schmerzhafte Rötung der Haut erspart bleibt.
Was Eltern für guten Sonnenschutz ihrer Kinder tun müssen
Wenn die Eltern ihre Pflichten in Punkto Sonnenschutz nicht oder nur unzureichend erfüllen, ist es für Erzieher in Kindergärten schwer, die Kinder mit ungetrübter Freude ins Freie zu entlassen.
Eltern müssen für guten Sonnenschutz
- ihre Kinder vor dem Kindergarten zu Hause ausreichend mit Sonnencreme eincremen. Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens 30 betragen, besser sogar 50. Zudem sollte die verwendete Sonnencreme wasserfest sein. Damit ein guter Schutz gewährleistet ist, muss viel Sonnencreme benutzt werden, etwa zwei Esslöffel voll für einmal einschmieren. Zu sparsam aufgetragen ist die Wirkung von Sonnenschutzprodukten unzureichend.
Tipp: Es muss nicht die teuerste Sonnencreme sein! Unabhängige Tests haben ergeben, dass viele günstige bis mittelpreisige Sonnenschutzprodukte gute Resultate aufweisen und den teuren in nichts nachstehen.
- den Erziehern zusätzlich eine mit dem Namen des Kindes versehene Sonnencreme mitgegeben und die Erlaubnis zum Eincremen erteilen. So können die Kindergärtnerinnen das Kind im Laufe des Tages mit dem eigenen Sonnenschutzprodukt nachcremen oder ihm dabei helfen. Durch Schweiß, Wasserspiele und mechanischen Abrieb beim Toben werden die wirkenden Substanzen gegen UV-Strahlung von der Haut abgetragen. Diese müssen durch neuerliches Auftragen ersetzt werden.
- ihren Kindern die passende Kleidung anziehen bzw. mitgeben. Tatsächlich ist Kleidung die wichtigste Maßnahme gegen Sonnenbrände. Wenn es die Temperaturen zulassen, sind ein langärmliges Oberteil wie Hemd oder T-Shirt und eine luftige, lange Hose am effektivsten gegen die schädlichen Strahlen der Sonne. Unbedingt muss auch ein Sonnenhut oder eine Sonnenmütze – bevorzugt mit breiter Krempe/breitem Schirm und Nackenschutz – zur täglichen Sommerbekleidung gehören.
Tipp: Am besten schützen Textilien aus dichtem Gewebe in dunklen Farben. Besonderen UV-Schutz bietet Sonnenschutzkleidung, die im Handel erhältlich ist.
Übrigens sind auch die Augen gefährdet. Deshalb ist es ratsam, dem Kind eine gute Sonnenbrille aufzusetzen.
Verantwortungsvolle Eltern achten auf genannte, präventive Maßnahmen, damit den Kindern die schmerzhafte Erfahrung Sonnenbrand mit all ihren gefährlichen Folgen wie späterer Hautkrebs erspart bleibt.
Was die Erzieher im Kindergarten zusätzlich tun müssen
Abgesehen von den Pflichten der Eltern haben selbstverständlich auch die Erzieher zu erfüllende Aufgaben bei der Prävention gegen Sonnenbrand.
- Die Kindergärtnerinnen müssen die Sonnencreme sobald es notwendig ist nachcremen, um guten Schutz für die gesamte Betreuungszeit zu erreichen. Dies ist vor allem bei Ganztageskindern enorm wichtig, die nicht mittags abgeholt werden. Dieser Punkt wurde bereits bei den Pflichten der Eltern erwähnt und ausführlicher erläutert.
- In der alleinigen Verantwortung der Erzieher liegt dagegen, die Kinder aus der prallen Sonne möglichst oft in den Schatten zu bringen. Ob dieser von Bäumen, Sonnenschirmen, Sonnensegeln oder anderen Schattenspendern erzeugt wird, ist dabei egal. Im Schatten ist nicht nur die Sonnenbrand erzeugende Strahlung um einiges weniger intensiv, sondern es ist auch kühler. Neben einem Sonnenbrand ist ein Sonnenstich nämlich akut gefährlich, diesen gilt es ebenfalls zu vermeiden. Dazu gehört auch, dass die Kinder besonders an heißen Tagen viel trinken. Zu Hause sollten dabei idealerweise die Eltern als Vorbild dienen, wie auch beim Eincremen mit Sonnencreme und bei der richtigen Kleidung.